
10-Ball-Bronze für Jasmin Ouschan bei Pool-Billard-EM in Tallinn
02.04.2025. Jasmin Ouschan hat bei ihrem Poolbillard-Europameisterschafts-Comeback in Tallinn, Estland, in ihrer Auftaktdisziplin 10-Ball die Bronzemedaille gewonnen. Die Klagenfurterin, die zuletzt im Jahr 2019 bei den Kontinentalwett-kämpfen teilnahm, verpasste nach fünf Siegen in Folge heute Nachmittag im Semifinale gegen die Zypriotin Alara Ghaffari mit einer knappen 5:6-Niederlage den Einzug ins Finale und die Gelegenheit zum Gewinn ihres 27. Einzel-EM-Titels.
Ouschan war am Montag in der Doppel-K.-o.-Vorrunde gegen die Dänin Helene Krogsgaard Mikkelsen souverän mit einem 6:1-Erfolg gestartet und landete anschließend gegen die Türkin Ecem Avci einen 6:0-„Whitewash“-Sieg. In der ersten K.-o.-Runde geriet die Rekordeuropameisterin gestern gegen die Deutsche Angelina Lubinaz zu Beginn mit 1:3 in Rückstand, hob in der Folge ihr Level aber deutlich an und setzte sich am Ende mit 6:4 durch.
Im Achtelfinale agierte Ouschan bei ihrem 6:2-Sieg gegen die Spanierin Mirella Feito sehr stabil und distanzierte im Viertelfinale auch die Polin Oliwia Zalevska mit dem gleichen Ergebnis.
Auch das 10-Ball-Semifinale gegen Ghaffari begann heute zunächst nach Wusch. Die 39-Jährige kontrollierte das Geschehen am Tisch, profitierte von Fehlern ihrer Gegnerin und ging mit 3:0 in Front. Alara steigerte sich jedoch mit Fortdauer des Matches und glich zum 3:3 aus. Es entwickelte sich ein Kopf-an-Kopf-Rennen bei dem Ouschan beim Stand von 5:4 bereits kurz vor dem Finaleinzug stand. Eine Fehleinschätzung beim Pot auf die 9 ließ dann aber den weißen Spielball verschwinden und ermöglichte ihrer Gegnerin den 5:5-Ausgleich.
Im alles entscheidenden letzten Game unterlief Ouschan dann nach erfolgreichem Anstoß ein Pot-Fehler auf die Zwei. Die Kärntnerin kam zwar anschließend nochmals an den Tisch, musste aber nach einem unglücklichen Safe-Versuch über die Bande mitansehen, wie Alara die verbliebenen Bälle zum Sieg versenkte.
Die Zypriotin nahm dem Schwung vom Semifinalerfolg anschließend auch ins Endspiel mit und freute sich nach einem 6:3-Triumph über die Portugiesin Sara Rocha über ihren ersten Europameistertitel bei den Damen.
Für Jasmin Ouschan bleibt nun noch in der Disziplin 8-Ball und 9-Ball die Chance auf einen weiteren EM-Einzel-Titelgewinn und auch im Teambewerb zählen Österreichs Damen angeführt von der Kärntnerin zu den Titelkandidatinnen.
Fink im 10-Ball starker Fünfter • Baumgartner, Primus, Arda und He im geschlagenen Feld
Neben Jasmin Ouschan sorgte auch Harald Fink in der Wheelchair-Konkurrenz für ein 10-Ball-Topergebnis. Der Steirer rang in seiner Auftaktpartie den Ukrainer Oleksandr Dzhulai mit 5:4 nieder und setzte sich anschließend mit 5:3 gegen den Finnen Juoni Tähti mit 5:3 durch. Der direkte Einzug ins Semifinale scheiterte dann jedoch durch eine 3:5-Niederlage gegen den Norweger Kim-Ronny Nygård, und auch in der Hoffnungsrunde musste Fink seinem Gegner Henrik Larsson aus Schweden den Vortritt lassen, unterlag dem mehrfachen Welt- und Europameister mit 1:5 und belegte Endrang 5.

Für Sandra Baumgartner und Lena Primus kam das Aus im 10-Ball bereits in der Runde der Letzten 32. Baumgartner musste sich der Niederländerin Jolien Schuurman mit 5:6 geschlagen geben, nachdem sie davor den Doppel-K.-o.-Grund-durchgang mit einem 6:2-Auftaktsieg gegen die Norwegerin Nina Torvund, einer 2:6-Niederlage gegen die Spanierin María Teresa Ropero sowie einem 6:1-Sieg gegen die Serbin Ivana Šabarić in der Hoffnungsrunde erfolgreich absolviert hatte.
Primus qualifizierte sich mit einem 6:5-Erfolg gegen die Ukrainerin Darya Siranchuk direkt für die K.-o.-Phase. Die Steirerin kam dort aber gegen die Slowenin Ana Gradišnik nicht gut ins Spiel und unterlag mit 1:6.
In der Herrenkonkurrenz kam für den Vorarlberger David Arda bei seiner EM-Premiere nach einer 4:8-Auftaktniederlage gegen den Deutschen Dennis Laszkowski mit einem 7:8 gegen den Türken Saki Kanatlar das frühe Aus. 14.1-endlos-Bronzemedaillengewinner Mario He erreichte mit Siegen gegen den Slowaken Daniel Lang (8:3) und den Norweger Mikael Ødegård (8:7) die K.-o.-Endrunde, unterlag dort aber dem Esten Mihkel Rehepapp mit 5:8.
EM in der Sporthauptstadt Europas
Die 45. Poolbillard-Europameisterschaften werden bis zum 8. April in der Kalevi Hall im Zentrum der estnischen Hauptstadt Tallinn ausgetragen. Nach der Auftaktdisziplin 14.1 endlos und den heutigen Finalspielen im 10-Ball fallen in den kommenden Tagen noch die folgenden weiteren Titelentscheidungen in der „Sporthauptstadt Europas 2025“:
- 8-Ball (Damen, Herren, U23, Wheelchair) – Finaltag am 5. April
- 9-Ball (Damen, Herren, U23, Wheelchair) – Finaltag am 8. April
- Teams (Damen, Herren) – Finaltag am 8. April
EM-Rückkehr von Jasmin und Albin Ouschan
Österreichs Poolbillardstars Jasmin und Albin Ouschan stellen sich nach einer mehrjährigen EM-Pause in Tallinn wieder der europäischen Konkurrenz im Kampf um die Medaillen. Jasmin Ouschan peilt dabei die Prolongierung ihrer EM-Titelserie an und geht in den Disziplinen 8-Ball, 9-Ball, 10-Ball und in der Teamkonkurrenz an den Start. Die Kärntnerin holte bei ihren EM-Teilnahmen in der Allgemeinen Klasse seit dem Jahr 2007 immer in zumindest einem EM-Bewerb den Titel.
Albin Ouschan wird im 8-Ball und 9-Ball antreten und so wie der Tiroler Profi Maximilian Lechner auch mit dem Team auf Medaillen- und Titeljagd gehen. Für beide sowie für weitere österreichische Starter steht nach der EM vom 10. bis 12. April mit dem Predator Estonian Open der nächste, mit 50.000 Euro dotierte Euro-Tour-Event in der Disziplin 8-Ball direkt vor Ort in Tallinn an. Zeitgleich findet auch eine Women-Euro-Tour-Konkurrenz statt, die mit insgesamt 15.000 Euro dotiert ist.
Weitere Informationen:
Poolbillard-EM Tallinn: https://www.epbf.com/tournaments/european-championships/
Livestreams: https://www.youtube.com/@ProBilliardTV
Wikipedia: https://en.wikipedia.org/wiki/European_Pool_Championships
Österreichischer Pool-Billard Verband: https://oepbv.at/home.php